Nr. 24/2019 vom 13.06.2019

Wären wir Wildhundweibchen …

Von Karin Hoffsten

«Säugetierarten sind umso intelligenter, je grösser ihr Gehirn ist», teilte die Uni Zürich kürzlich mit, und auch der Mensch ist ja ein Säugetier. Wie es zu grossen Hirnen kommt, hat man jetzt am anthropologischen Institut untersucht und dabei herausgefunden, «dass speziell jene Tierarten grössere Gehirne entwickeln, bei denen die Väter die Mütter unterstützen».

«Bei Wildhunden unterstützt der Vater das Weibchen zuverlässig bei der Jungenaufzucht und steigert sogar seine Hilfsbereitschaft gegenüber den Jungen, wenn sich die Umweltbedingungen verschlechtern», schreiben die AnthropologInnen, und auch bei «Erdmännchen und Präriewühlmäusen (…) ist die Qualität der väterlichen Hilfe meist besser als jene von anderen Gruppenmitgliedern».

Ach, du liebe Güte, dachte ich, was bedeutet das jetzt? Für die Schweiz, für die Industriestaaten, für die ganze Menschheit? Wo Väter, so sie nicht gleich ganz verschwunden sind, in Büros sitzen, auf Baustellen schuften, in Kriege ziehen oder sonst wo ihre Tage verbringen – jedenfalls nur selten an der Seite der Mütter ihrer Kinder. Doch aus unerfindlichen Gründen gelten Menschen als die grosse Ausnahme: Beim Homo sapiens sei «nicht nur die väterliche Unterstützung, sondern auch die Hilfe von anderen Verwandten und nicht Verwandten (…) bei der Kinderbetreuung sehr zuverlässig».

Also, wenn ich mich so umschaue, könnte eine Beteiligung der Menschenväter an der Jungenaufzucht die allgemeine Intelligenzentwicklung nur fördern.

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