Nr. 15/2007 vom 12.04.2007

Politik und Fussball

Von Pascal Claude

Die EM im Zürcher Gemeinderat:

Gregor Bucher (Grüne Partei): «Wir hoffen, dass auch während der drei Fussballwochen in Zürich menschenwürdig gelebt werden kann.»
Min Li Marti (SP): «Wir sollten versuchen, den Lärm an der Langstrasse einzudämmen.»
Elmar Ledergerber (Stadtpräsident, SP): «Aber man wird es spüren, wenn sich 100000 Leute freuen.»
Mauro Tuena (SVP): «Bedauerlich finde ich, dass nicht wenigstens eine Mannschaft in einem Zürcher Hotel einquartiert ist.»
Christian Traber (CVP) hält die Diskussion für chaotisch.

Ernst Danner (EVP) will mit seinem Alkoholverbot auf öffentlichem Grund im und um das Stadion einen Beitrag zu gesundem Sport leisten.
Mauro Tuena (SVP) ist gegen das Alkoholverbot.
Ruth Ahorn (SVP) weist darauf hin, dass der Fussball von Männern dominiert ist.
Esther Weibel (SP) hofft, dass durch die EM auch Mädchen zur Teilnahme an Schulprojekten angespornt werden.
Josef Widler (CVP) schlägt vor, den Alkoholkonsum nicht zu verbieten, sondern zu reduzieren.
Claudia Simon (FDP) erachtet die Förderung von Mädchen als unnötig.
Christian Traber (CVP) hält die Diskussion für chaotisch.

Roger Liebi (SVP): «Ich habe in Deutschland eine WM erlebt mit riesiger Euphorie.»
Rolf Kuhn (SP): «Der Nationalismus nimmt auch in der Schweiz bei Spielen eine unheimliche Form an.»
Monjek Rosenheim (FDP): «Wir stilisieren die Krawallanten hoch.»
Balthasar Glättli (Grüne Partei): «Auch VIPs sollen massvoll trinken.»
Bernhard im Oberdorf (SVP): «Wir wissen, wie stinklangweilig die Sicherheitstaktik im Fussball ist, die nur das Spiel zerstört.»
Judith Bucher (SP): «Leider wird auch die hohe Gewaltbereitschaft unter den Fans ein Thema sein.»
Gregor Bucher (Grüne Partei): «Wir und der Stadtrat hoffen, dass wir diese drei Juniwochen gut überstehen.»
Christian Traber (CVP) hält die Diskussion für chaotisch.

Elmar Ledergerber (SP): «Auch der Stadtrat freut sich auf die EM.»
Bernhard im Oberdorf (SVP): «Vielleicht gibt es nicht einmal Tore.»
Anja Recher (Alternative Liste): «Wir freuen uns auf die Spiele, haben aber Bedenken wegen der starken kommerziellen Schlagseite des Events.»
Monjek Rosenheim (FDP): «Wir sind auf dem besten Weg, hier Miesmacherei zu betreiben.»
Elmar Ledergerber (SP): «Ich habe übrigens nicht gesagt, ich werde kein Stadion besuchen.»
Thomas Marthaler (SP): «Der Breitensport ist für die Stadt ein paarmal wichtiger als die EM.»
Christian Traber (CVP) hält die Diskussion für chaotisch.

Myriam Barzotto (SP): «Zusätzliches Verkehrsaufkommen ist so weit als möglich mit dem öffentlichen Verkehr zu bewältigen.»
Ueli Brasser (Schweizer Demokraten): «Unserer Ansicht nach hätte früher eine öffentliche Diskussion darüber geführt werden müssen, ob die Stadt eine solche Veranstaltung durchführen will oder nicht.»
Rolf Stucker (SVP): «Allen muss klar sein: Für drei Wochen wird die Stadt in einem Ausnahmezustand sein.»
Mischa Morgenbesser (FDP): «Anstatt all dieser Wenn und Aber sollten wir uns lieber auf das grosse Stadt- und Fussballfest freuen.»
Niklaus Scherr (Alternative Liste): «Die Uefa ist dekadent und kommerziell.»
Bernhard im Oberdorf (SVP): «Wir haben nur drei Spiele, mehr nicht.»
Christian Traber (CVP) hält die Diskussion für chaotisch.
Thomas Marthaler (SP) findet die Diskussion nur peinlich.
Monjek Rosenheim (FDP): «Ich verstehe nicht, dass wir diesem Thema hier so viel Zeit widmen.»

Frei zusammengestellt nach Originalzitaten aus dem Gemeinderatsprotokoll der NZZ vom 8. Februar 2007 («Lustloses Ja zum 18-Millionen-Franken-Kredit für die EM 2008»).

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